Firmen engagieren sich für Demokratie

Die meisten deutschen Unternehmen messen der Demokratie eine hohe Bedeutung bei. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft. Mehr als 90 Prozent der befragten Unternehmen bewerten Demokratie demnach als wichtig.

Ein vielfach vermuteter Rückstand ostdeutscher Unternehmen beim Engagement für Demokratie lässt sich laut IW empirisch nicht bestätigen. Unterschiede zeigen sich jedoch bei der öffentlichen Sichtbarkeit dieses Engagements.

Engagement in Ost und West ähnlich stark

Nach Angaben des IW haben sich 76 Prozent der ostdeutschen Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer in den vergangenen drei Jahren für die Demokratie engagiert. In Westdeutschland liegt der Anteil mit 82 Prozent nur etwas höher.

Für die Studie wurden mehr als 900 Unternehmen aus der Industrie und industrienahen Dienstleistungsbranchen befragt. Knapp jedes zweite Unternehmen engagiert sich in Ost und West über Verbände, Kammern oder Unternehmensnetzwerke.

Etwa ein Viertel der Unternehmen bietet zudem Austauschformate zu gesellschaftspolitischen Themen an.

Ostdeutsche Unternehmen treten seltener öffentlich auf

Die Unterschiede werden laut IW vor allem dann deutlich, wenn das Engagement öffentlich sichtbar und ausdrücklich politisch wird. Wahlaufrufe, öffentlichkeitswirksame Formate und klare Demokratiestatements kommen in ostdeutschen Unternehmen seltener vor als in westdeutschen.

Damit liegt die eigentliche Trennlinie nicht beim Engagement selbst, sondern bei dessen öffentlicher Sichtbarkeit.

Auffällig ist zugleich, dass ostdeutsche Unternehmerinnen und Unternehmer die Demokratie häufiger als gefährdet wahrnehmen. Sechs von zehn sehen eine Gefährdung. In Westdeutschland liegt der Anteil bei 55 Prozent.

Angst vor Konflikten bremst Engagement

Ein Grund für die größere Zurückhaltung im Osten ist laut IW ein potenziell konfliktiveres Umfeld. Rund jedes vierte ostdeutsche Unternehmen nennt mögliche Boykotte, Hasskommentare oder Konflikte in der Belegschaft als Hemmnis für stärkeres Demokratieengagement.

Konflikte mit Kundinnen, Kunden und Lieferanten werden sogar noch häufiger als Hindernis genannt. Dadurch kann öffentlich sichtbares Engagement für Unternehmen im Osten mit größeren Risiken verbunden sein.

Unterschiedliches Rollenverständnis

Hinzu kommt ein anderes Verständnis der eigenen Rolle. In Westdeutschland sehen fast 65 Prozent der Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer es als Aufgabe von Unternehmen an, sich für die Demokratie einzusetzen. In Ostdeutschland ist es weniger als die Hälfte.

Das größte Hindernis bleibt jedoch in beiden Landesteilen gleich: fehlende Ressourcen. 62 Prozent der westdeutschen und 57 Prozent der ostdeutschen Unternehmen nennen Ressourcenmangel als Hemmnis.

IW sieht schwierigeres Umfeld im Osten

Studienautor Knut Bergmann, Leiter des Berliner Büros des IW, ordnet die Ergebnisse so ein, dass ostdeutsche Unternehmen nicht weniger demokratieaffin seien. Sie handelten jedoch unter schwierigeren Bedingungen und verstünden ihre eigene Rolle defensiver.

Die Studie zeigt damit ein differenziertes Bild: Unternehmen in Ost und West engagieren sich in ähnlichem Umfang für Demokratie. Sichtbar und öffentlich politisch wird dieses Engagement im Osten jedoch seltener.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 12.08.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.