Hohe Mieten und Nebenkosten belasten viele Menschen in Deutschland zunehmend. Mehr als die Hälfte der befragten Mieterinnen und Mieter gibt an, sich in anderen Lebensbereichen finanziell stark einschränken zu müssen, um ihre Wohnkosten bezahlen zu können. Rund 20 Prozent müssen sich nach eigenen Angaben sogar sehr stark einschränken. Das geht aus einer Civey-Umfrage im Auftrag des Sozialverbands Deutschland (SoVD) hervor.
Besonders groß ist die Belastung bei jüngeren Menschen. Rund zwei Drittel der 18- bis 29-Jährigen und 60 Prozent der 30- bis 39-Jährigen geben an, wegen ihrer Wohnkosten starke finanzielle Einschränkungen hinnehmen zu müssen. SoVD-Vorstandsvorsitzende Michaela Engelmeier fordert angesichts der Ergebnisse mehr dauerhaft bezahlbaren und barrierefreien Wohnraum sowie einen stärkeren Mieterschutz und eine verlässliche Unterstützung durch das Wohngeld.
Wohnkosten beeinflussen persönliche Lebensentscheidungen
Die hohen Kosten wirken sich laut Befragung nicht nur auf den alltäglichen Konsum aus. Fast die Hälfte der Befragten hat deshalb bereits konkrete Lebenspläne verändert oder aufgegeben. Mehr als ein Viertel passte die Wahl der Wohnung an, rund 20 Prozent entschieden sich für einen anderen Wohnort. Zehn Prozent geben an, dass auch ihre Familienplanung durch die Wohnkosten beeinflusst wurde.
Bei jungen Erwachsenen fallen die Auswirkungen besonders deutlich aus. 40 Prozent der 18- bis 29-Jährigen haben ihre Wohnungswahl verändert, 30 Prozent ihre Wohnortwahl. Jeder Fünfte in dieser Altersgruppe verschob wegen der Kosten den Auszug aus dem Elternhaus. Unter den 30- bis 39-Jährigen hat nahezu jede vierte befragte Person ihre Familienplanung angepasst.
Aus Sicht des SoVD zeigen diese Ergebnisse, wie stark die Wohnkosten inzwischen grundlegende Entscheidungen über Lebensgestaltung und Familiengründung beeinflussen. Der Verband sieht deshalb insbesondere beim Angebot bezahlbarer Wohnungen politischen Handlungsbedarf.
Fast die Hälfte hält die eigene Miete für zu hoch
Auch die persönliche Bewertung der Miethöhe fällt bei vielen Befragten kritisch aus. Fast die Hälfte der Mieterinnen und Mieter empfindet ihre derzeitige Miete als zu hoch. Bei den unter 40-Jährigen trifft dies auf rund sechs von zehn Befragten zu.
Eine baldige Entspannung erwarten die meisten nicht. 61 Prozent gehen laut Umfrage nicht davon aus, dass Mieten und andere Wohnkosten künftig allgemein bezahlbarer werden.
SoVD fordert mehr sozialen Wohnungsbau
Der Sozialverband spricht sich deshalb dafür aus, Mietpreissteigerungen stärker zu begrenzen und mehr öffentliche Mittel in den sozialen und gemeinnützigen Wohnungsbau zu investieren. Dabei sollten nach Ansicht des Verbands insbesondere dauerhaft bezahlbare und barrierefreie Wohnungen geschaffen werden.
Kritisch bewertet der SoVD zudem geplante Einschnitte beim Wohngeld. Engelmeier verweist darauf, dass diese Leistung für viele Haushalte einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Miete leiste. Der Verband fordert deshalb sowohl wirksamere Maßnahmen gegen hohe Mietbelastungen als auch eine ausreichende finanzielle Unterstützung für Menschen, die ihre Wohnkosten nicht vollständig aus eigenem Einkommen tragen können.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Sozialverband Deutschland (SoVD)/Veröffentlicht am 29.10.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.