Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert einen sofortigen Baustopp für den geplanten Pfaffensteigtunnel bei Stuttgart. Anlass sind unter anderem deutlich gestiegene Kosten für das Tunnelprojekt. Nach Angaben der Organisation wurde die offizielle Kostenschätzung kurz vor einem Termin mit Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und Bahnchefin Evelyn Palla um 800 Millionen Euro auf nunmehr 2,5 Milliarden Euro angehoben.
Die DUH stellt deshalb sowohl die Finanzierung als auch den verkehrlichen Nutzen des Projekts infrage. Nach ihrer Darstellung hat der Bund bislang Finanzmittel in Höhe von 1,7 Milliarden Euro zugesagt. Gleichzeitig soll der Tunnel zusätzliche Züge in den neuen Stuttgarter Tiefbahnhof führen. Die Organisation bezweifelt, dass dieser die zusätzlichen Verkehre zuverlässig bewältigen kann.
DUH will Gäubahn direkt an Kopfbahnhof anbinden
Statt den Tunnel weiterzubauen, spricht sich die DUH dafür aus, den bestehenden Stuttgarter Kopfbahnhof dauerhaft zu erhalten und die Gäubahn weiterhin direkt dort anzubinden. DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch kritisiert, dass trotz der gestiegenen Kosten an dem Vorhaben festgehalten werde. Aus Sicht der Organisation sollte zunächst geklärt werden, ob die Finanzierung gesichert ist und ob der Tiefbahnhof die vorgesehenen zusätzlichen Zugverbindungen aufnehmen kann.
Die DUH sieht im Erhalt der direkten Gäubahn-Verbindung über den Kopfbahnhof eine Alternative zum Pfaffensteigtunnel. Resch fordert deshalb vom Bundesverkehrsministerium, das Projekt zu stoppen und die bisherige Anbindung nicht aufzugeben.
Zweifel an Leistungsfähigkeit des Tiefbahnhofs
Zusätzliche Kritik begründet die Organisation mit Fragen zur Leistungsfähigkeit des neuen Stuttgarter Tiefbahnhofs. Nach Angaben der DUH hat der frühere Leiter des Schweizer Beratungsunternehmens SMA zuletzt Zweifel an früheren Berechnungen geäußert. Das Unternehmen hatte 2011 den damaligen offiziellen Stresstest überprüft und dessen Ergebnisse bestätigt.
Die Deutsche Umwelthilfe untersucht nach eigenen Angaben derzeit anhand realer Verkehrsdaten, ob der Tiefbahnhof das heutige Zugaufkommen bewältigen kann. Die Ergebnisse dieser Untersuchung liegen in der Mitteilung noch nicht vor. Ihre Forderung nach einem Baustopp verbindet die Organisation deshalb vor allem mit den gestiegenen Kosten, der aus ihrer Sicht offenen Finanzierung und den bestehenden Zweifeln an der künftigen Leistungsfähigkeit des Bahnknotens.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsche Umwelthilfe e.V./Veröffentlicht am 20.10.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.