Das Gefühl finanzieller Selbstbestimmung ist in Deutschland weiter gesunken. Laut dem aktuellen Selbstbestimmungsbarometer von Swiss Life fühlen sich nur noch 52 Prozent der Befragten grundsätzlich selbstbestimmt. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn der Erhebung im Jahr 2019. Besonders schwach fällt die Einschätzung bei der finanziellen Altersvorsorge aus: Nur 35 Prozent fühlen sich in diesem Bereich selbstbestimmt.
Für die achte Ausgabe der Studie wurden im Juli 2026 insgesamt 1.000 Menschen in Deutschland repräsentativ befragt. Seit 2019 untersucht Swiss Life gemeinsam mit dem Meinungsforschungsinstitut Bilendi, wie selbstbestimmt und zuversichtlich sich die Bevölkerung in unterschiedlichen Lebensbereichen fühlt.
Während sich viele Menschen in Freizeit, Familie und Sozialleben vergleichsweise frei fühlen, fällt die Bewertung bei Finanzen und gesellschaftlicher Teilhabe deutlich schlechter aus. 68 Prozent empfinden ihre Freizeit als selbstbestimmt, beim Sozialleben sind es 66 Prozent und bei Familie und Partnerschaft 64 Prozent. Bei den aktuellen Finanzen liegt der Wert dagegen bei 46 Prozent, im Bereich Politik und Gesellschaft bei lediglich 25 Prozent. Insgesamt blicken nur 36 Prozent optimistisch in die Zukunft.
Altersvorsorge bleibt größte finanzielle Sorge
Der Wunsch nach finanzieller Unabhängigkeit ist zugleich stark ausgeprägt. 82 Prozent möchten ihr Leben finanziell selbstbestimmt gestalten. Damit verbinden die Befragten vor allem ausreichend Geld, finanzielle Absicherung, eigene Entscheidungsfreiheit und die Möglichkeit, regelmäßig etwas zurückzulegen.
Als größte Hürden nennen 65 Prozent Preissteigerungen und Teuerung. Es folgen ein zu geringes Einkommen mit 40 Prozent, hohe Miet- und Energiekosten mit 38 Prozent, Gesundheits- und Pflegeausgaben mit 37 Prozent sowie fehlendes Vermögen oder zu geringe Rücklagen mit 36 Prozent.
Viele Menschen sehen die Verantwortung für ihre Vorsorge dennoch vor allem bei sich selbst. 45 Prozent fühlen sich persönlich für Erfolg oder Misserfolg ihrer Altersvorsorge verantwortlich. Nur zwölf Prozent würden sich bei finanziellen Schwierigkeiten auf staatliche Unterstützung verlassen. Zugleich fühlen sich lediglich 20 Prozent finanziell ausreichend auf unvorhersehbare Ereignisse wie Krankheit oder Arbeitsplatzverlust vorbereitet.
Jede zweite befragte Person geht außerdem davon aus, im Ruhestand zusätzliche Einkommensquellen wie einen Teilzeitjob zu benötigen, um den bisherigen Lebensstandard halten zu können. 54 Prozent halten es deshalb für wichtig, bereits heute Geld für die Zukunft zurückzulegen.
Frauen deutlich weniger zuversichtlich bei der Ruhestandsplanung
Besonders große Unterschiede zeigen sich zwischen Frauen und Männern. Zwar ist die Verantwortung für alltägliche Finanzentscheidungen laut Studie weitgehend ausgeglichen. Bei langfristigen Entscheidungen und der eigenen Altersvorsorge fühlen sich Frauen jedoch deutlich weniger sicher.
31 Prozent der Männer bewerten ihre Ruhestandsplanung positiv, bei Frauen sind es nur 19 Prozent. Auch bei Investitionsentscheidungen geben Männer häufiger an, selbst verantwortlich zu sein: 52 Prozent gegenüber 41 Prozent bei Frauen.
Unterschiede bestehen zudem bei der wahrgenommenen Finanzkompetenz. 20 Prozent der Männer berichten, bei Finanz- und Versicherungsfragen von anderen um Rat gefragt zu werden. Bei Frauen sind es lediglich zehn Prozent. Gleichzeitig möchten 27 Prozent der Frauen ihr Wissen zu Finanz- und Vorsorgethemen erweitern.
Swiss-Life-Deutschlandchef Dirk von der Crone sieht darin eine Lücke zwischen alltäglicher finanzieller Verantwortung und langfristiger Planung. Frauen seien im Finanzalltag stark eingebunden, verfügten aber häufig über weniger Vertrauen in ihre eigene Finanzkompetenz.
Mehr Finanzwissen geht mit höherer Zuversicht einher
Die Studie zeigt außerdem einen deutlichen Zusammenhang zwischen selbst eingeschätztem Finanzwissen und Vorsorgeverhalten. Von den Menschen, die ihre Kenntnisse als hoch bewerten, schieben nur sieben Prozent Finanzthemen auf. 36 Prozent dieser Gruppe fühlen sich bei ihrer Ruhestandsplanung gut aufgestellt.
Bei Menschen mit gering eingeschätztem Finanzwissen verschiebt dagegen fast die Hälfte entsprechende Entscheidungen. Nur 24 Prozent sehen ihre Ruhestandsplanung positiv. Auch der Austausch über Geld fällt unterschiedlich aus: 34 Prozent der Befragten mit hohem Finanzwissen sprechen regelmäßig mit anderen über finanzielle Themen, bei geringerem Wissen sind es 19 Prozent.
Nach Einschätzung von Swiss Life kann Finanzwissen deshalb einen wichtigen Beitrag dazu leisten, langfristige Entscheidungen früher und selbstbewusster zu treffen. Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass der Wunsch nach finanzieller Selbstbestimmung in der Bevölkerung groß bleibt, viele Menschen ihre tatsächlichen Möglichkeiten jedoch deutlich eingeschränkter wahrnehmen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Swiss Life Deutschland/Veröffentlicht am 05.11.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.