Wohnungspreise in Großstädten steigen wieder spürbar

Die Angebotspreise für Eigentumswohnungen in deutschen Großstädten sind in den vergangenen zwölf Monaten nahezu überall gestiegen. In 71 von 80 Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern lagen die Preise für Bestandswohnungen höher als ein Jahr zuvor. Im Mittel erhöhten sich die Werte um 4,0 Prozent, in einzelnen Städten sogar um fast 12 Prozent. Grundlage ist eine aktuelle immowelt-Auswertung, die die durchschnittlichen Angebotspreise typischer Bestandswohnungen (75 Quadratmeter, drei Zimmer, erster Stock, Baujahr 1990er-Jahre) jeweils zum 01.02.2026 und 01.02.2025 gegenüberstellt.

Auch nach den jüngsten Zuwächsen liegen die Preise in vielen Großstädten weiterhin unter dem bisherigen Höchststand aus dem Sommer 2022. Zusätzlich hat sich die finanzielle Lage vieler Haushalte zuletzt durch gestiegene Reallöhne verbessert. Gleichzeitig deutet wenig darauf hin, dass Abwarten die Bedingungen kurzfristig verbessert: Der Neubau bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück, was weitere Preissteigerungen begünstigen dürfte. Zudem ist bei den Bauzinsen in nächster Zeit kaum mit spürbarer Entlastung zu rechnen.

Dr. Robert Wagner, Geschäftsführer von immowelt, erklärte, Eigentumswohnungen seien innerhalb eines Jahres in den meisten Großstädten teurer geworden. Zugleich verwies er darauf, dass Käuferinnen und Käufer in Preisverhandlungen weiterhin merkliche Abschläge erreichen könnten. Besonders abseits der hochpreisigen Metropolen ergäben sich dadurch nach seiner Einschätzung weiterhin gute Chancen für den Wohnungskauf.

Moderate Zuwächse in den Metropolen

In den teuren Metropolen liegen die Angebotspreise für Bestandswohnungen aktuell meist nur leicht über dem Vorjahresniveau. München bleibt mit großem Abstand die teuerste Großstadt und verzeichnete innerhalb von zwölf Monaten ein Plus von 2,7 Prozent auf 8.165 Euro je Quadratmeter. Deutlichere Anstiege gab es in Hamburg (plus 4,5 Prozent auf 6.017 Euro), Frankfurt (plus 2,9 Prozent auf 5.568 Euro), Köln (plus 3,8 Prozent auf 4.869 Euro). Größere Sprünge sind in den größten Städten angesichts des bereits sehr hohen Preisniveaus weiterhin selten.

Eine Sonderentwicklung zeigt Berlin: Dort lässt eine klare Belebung des Marktes weiter auf sich warten. Im Jahresvergleich sanken die Angebotspreise in der Hauptstadt um 1,0 Prozent und liegen aktuell bei 4.819 Euro pro Quadratmeter.

Göttingen mit dem stärksten Plus

In mehreren kleineren Großstädten fiel die Entwicklung deutlich dynamischer aus als in den Metropolen. Den stärksten Anstieg verzeichnete Göttingen mit plus 11,9 Prozent auf 3.261 Euro je Quadratmeter. Es folgen Bergisch Gladbach (plus 11,2 Prozent), Mannheim (plus 9,9 Prozent), Ulm (plus 8,9 Prozent) und Rostock (plus 8,3 Prozent). Insgesamt legten in 29 Großstädten die Preise um mehr als 5 Prozent zu.

Ein Treiber dürfte auch die angespannte Lage auf vielen Mietmärkten sein: Steigende Mieten erhöhen in zahlreichen Städten das Interesse am Eigentum, was die Kaufpreise zusätzlich stützt.

Preisrückgänge werden seltener und kleiner

Sinkende Preise blieben im vergangenen Jahr die Ausnahme. Nur in 9 der 80 Großstädte wurden Bestandswohnungen günstiger. Zudem fielen die Abschläge deutlich geringer aus als im Zeitraum davor: Während zwischen Februar 2024 und Februar 2025 Rückgänge von bis zu 7,2 Prozent vorkamen, lagen die Verluste in den letzten zwölf Monaten maximal bei 2,6 Prozent. Das deutet auf eine zunehmende Stabilisierung des Marktes hin.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von immowelt/Veröffentlicht am 04.02.2026