Nach einer mehrtägigen Vollsperrung der Autobahn 7 inklusive des Hamburger Elbtunnels ist der Verkehr in der Hansestadt zwar wieder technisch freigegeben, doch die Lage auf der Straße bleibt angespannt. Bereits früh am Morgen kam es am Montag zu stockendem Verkehr und Staus rund um den Elbtunnel. Grund dafür ist ein zeitgleich gestarteter Warnstreik bei der Autobahn GmbH des Bundes, der den ohnehin belasteten Verkehr zusätzlich ausbremst und das Nadelöhr im Hamburger Autobahnnetz erneut zum Engpass macht.
Wochenendbaustelle sorgt für Vollsperrung der A7
Seit dem vergangenen Freitagabend war die A7 zwischen den Anschlussstellen Hamburg-Stellingen und Hamburg-Heimfeld vollständig gesperrt. Bauarbeiten an der Strecke – einschließlich des Elbtunnels – sollten bis Montagfrüh andauern und Verkehrsbehinderungen verursachen. Die Verkehrsleitzentrale der Polizei in Hamburg bestätigte, dass die Sperrung planmäßig aufgehoben wurde und der Verkehr durch den Elbtunnel wieder möglich ist.
Die Sperrung der wichtigen Nord-Süd-Achse bringt regelmäßig erhebliche Verzögerungen mit sich, da sie als zentrale Verkehrsader für Pendler, Fernreisende und Lkw-Verkehr fungiert. Die Baustelle über das Wochenende war dabei ein bereits im Vorfeld kommunizierter Eingriff in den Verkehr. Trotz der Freigabe am Montagmorgen wurde jedoch nur ein Teil des Problems gelöst: Der Elbtunnel ist zwar wieder durchgängig befahrbar, doch der Verkehr läuft keineswegs störungsfrei.
Verkehr wieder geöffnet – doch freie Fahrt bleibt Wunschdenken
Am frühen Montagmorgen wurde der Tunnel planmäßig um etwa 5 Uhr wieder freigegeben. Doch nur rund eine Stunde nach der Öffnung begann ein erneuter Warnstreik bei der Autobahn GmbH des Bundes, der auch die Betriebszentrale für den Elbtunnel betrifft. Durch die Arbeitsniederlegung stehen im Tunnel pro Richtung statt der üblichen drei nur zwei Fahrspuren zur Verfügung. Dies hat zur Folge, dass der Verkehr nicht wie gewohnt flüssig durch den Elbtunnel fließen kann, sondern zunehmend stockt.
Warnstreik verschärft Verkehrsprobleme
Der Warnstreik geht auf einen Aufruf der Gewerkschaft Verdi zurück, die zusammen mit dem Beamtenbund in Tarifverhandlungen mit der Autobahn GmbH steht. Gefordert wird unter anderem eine Erhöhung der monatlichen Gehälter um mindestens 300 Euro. Verdi hat die Arbeitsniederlegung bis Dienstagmorgen um 6 Uhr geplant, was eine lange Phase mit Verkehrsbehinderungen zur Folge hat.
Bereits am vergangenen Freitag hatte ein ähnlicher 24-stündiger Warnstreik im Bereich des Elbtunnels zu zäh fließendem Verkehr geführt, weil dort ebenfalls nur zwei Spuren pro Fahrtrichtung offen waren. Auch in den angrenzenden Lärmschutztunneln wie denen in Schnelsen und Stellingen kam es zu Verzögerungen, insgesamt stockte der Verkehr auf mehreren Kilometern rund um das Nadelöhr im Hamburger Autobahnnetz.
Konkrete Auswirkungen auf den Berufsverkehr
Am Montagmorgen kam es in beiden Fahrtrichtungen zu deutlichen Verzögerungen. Laut Angaben der Verkehrsleitzentrale staute sich der Verkehr in Richtung Süden bereits ab Heimfeld auf etwa fünf Kilometern, in Richtung Norden ab dem Volkspark auf drei Kilometern. Während diese Stockungen offiziell als „noch im akzeptablen Rahmen“ bezeichnet wurden, zeigen sie doch deutlich, wie schnell schon geringere Engpässe im Tunnel zu spürbaren Verzögerungen führen können.
Insgesamt wird erwartet, dass die Auswirkungen des Warnstreiks die Verkehrsbeeinträchtigungen auf der A7 über rund 96 Stunden aufrechterhalten. Pendler, die regelmäßig durch den Elbtunnel fahren müssen, stehen daher in den kommenden Tagen vor einer Belastungsprobe – besonders in den Hauptverkehrszeiten.
Ursachen und Hintergründe der Arbeitsniederlegung
Die Warnstreiks sind eingebettet in die aktuellen Tarifverhandlungen zwischen den Gewerkschaften und der Autobahn GmbH. Hintergrund sind Differenzen über die Bezahlung und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten in der Autobahnverwaltung, die für den reibungslosen Betrieb der Infrastruktur wie auch der Tunnel verantwortlich sind. Verdi fordert, dass die Beschäftigten von einer Lohnerhöhung profitieren, um die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kompensieren.
Die Autobahn GmbH hat sich bislang nicht öffentlich zu den Forderungen geäußert, betont jedoch in internen Mitteilungen die Bedeutung der Infrastrukturmaßnahmen und des laufenden Verkehrsmanagements. Der Konflikt könnte sich jedoch weiter zuspitzen, sollte keine Einigung in den anstehenden Verhandlungsrunden erzielt werden. Diese sind für Mittwoch und Donnerstag in Berlin angesetzt.
Bauarbeiten als zusätzliche Belastung
Die Bauarbeiten selbst stellen eine zusätzliche Belastung für das ohnehin stark frequentierte Autobahnnetz in und um Hamburg dar. Die Vollsperrung über das Wochenende war Teil größerer Infrastrukturmaßnahmen an der A7 und am Elbtunnel, die schon in der Vergangenheit mehrfach Verkehrsprobleme verursacht haben. Besonders bei hoher Verkehrsbelastung wie am Wochenende oder zu Beginn der Arbeitswoche zeigen sich hier Engpässe schnell und deutlich.
Fazit
Auch wenn die Vollsperrung der A7 und des Elbtunnels am Montagmorgen offiziell aufgehoben wurde, ist eine Rückkehr zu normalem Verkehrsfluss in Hamburg noch nicht in Sicht. Die Kombination aus Baustellen, Warnstreik und den damit verbundenen Einschränkungen im Elbtunnel sorgt für anhaltende Verzögerungen, die vor allem Pendler und Berufskraftfahrer treffen. Die Tarifkonflikte zwischen den Gewerkschaften und der Autobahn GmbH des Bundes dürften den Verkehr in den kommenden Tagen weiter belasten. Bis eine Lösung gefunden ist, bleibt der Elbtunnel ein Nadelöhr im Hamburger Verkehrsgeschehen – trotz technischer Freigabe und wieder geöffneter Fahrspuren.
Quellen:
Hamburger Abendblatt: „A7-Elbtunnel nach Sperrung wieder geöffnet – Streik bremst Verkehr in Hamburg aus“
TAG24: „Erst Vollsperrung, jetzt Warnstreiks: Am Elbtunnel stockt der Verkehr“