IW-Regionalranking: Cottbus holt stark auf

Der Landkreis München bleibt im IW-Regionalranking an der Spitze, während Cottbus in den vergangenen zwei Jahren den größten Sprung nach vorn gemacht hat. Seit 2016 gilt Brandenburg zudem als das Bundesland mit der stärksten Aufwärtsentwicklung. Laut Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft haben sich dort fast 80 Prozent der Regionen deutlich verbessert.

Besonders dynamisch entwickelte sich zuletzt Cottbus. Die frühere Braunkohlestadt profitiert von ihrer industriellen Grundlage und von der einzigen Technischen Universität Brandenburgs. Hinzu kommen neue Forschungseinrichtungen, ein ICE-Instandhaltungswerk sowie die Umgestaltung ehemaliger Tagebauflächen. Im Dynamikranking folgt auf Cottbus die Stadt Neumünster in Schleswig-Holstein. Den dritten Platz belegt der Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz.

Am Ende des Dynamikrankings stehen der Landkreis Birkenfeld in Rheinland-Pfalz auf Rang 400, die Stadt Suhl in Thüringen auf Rang 399 und Mainz auf Rang 398. In Mainz wirkt sich vor allem die nachlassende Dynamik rund um BioNTech negativ aus. Das IW-Regionalranking vergleicht seit 2016 alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland anhand von Kriterien wie Wirtschaftsstruktur, Arbeitsmarkt und Lebensqualität.

Bayern bleibt im Niveauvergleich führend

Im Niveauranking behauptet der Landkreis München seit 2016 ohne Unterbrechung den ersten Platz. Insgesamt liegen elf der zwanzig stärksten Regionen in Bayern. Ausschlaggebend dafür sind unter anderem eine hohe Steuerkraft, geringe Arbeitslosigkeit und ein hoher Anteil gut qualifizierter Fachkräfte.

Am unteren Ende der Niveauliste finden sich überwiegend kreisfreie Städte. Das Schlusslicht bildet Suhl in Thüringen. Direkt davor liegen Duisburg und Gelsenkirchen im Ruhrgebiet.

Zehnjahresvergleich zeigt starken Druck auf Industrieregionen

Erstmals ermöglicht das Ranking auch einen Vergleich über zehn Jahre. Dabei zeigt sich, dass Baden-Württemberg unter allen Bundesländern den höchsten Anteil an Regionen mit deutlichen Verlusten aufweist. Mehr als jeder zweite Kreis hat seit 2016 mindestens 25 Plätze eingebüßt. Dahinter steht vor allem der wachsende Anpassungsdruck in der Industrie, die dort traditionell eine tragende Rolle spielt.

Am stärksten positiv entwickelte sich dagegen Brandenburg. Dort zählt ein Großteil der Kreise zu den Gewinnern des langfristigen Vergleichs.

Der Regionalexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft, Hanno Kempermann, erklärte, dass Energiekrise, wirtschaftliche Stagnation und geopolitische Spannungen besonders den industriellen Kern Deutschlands belasteten. Gleichzeitig zeigten Regionen wie Cottbus, Würzburg und Tirschenreuth, dass erfolgreicher Strukturwandel möglich sei. Entscheidend sei, dass erfolgreiche Regionen nicht auf einen vollständigen Bruch mit bisherigen Strukturen setzten, sondern bestehende Stärken gezielt weiterentwickelten.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 12.05.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.