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In Sachsen-Anhalt ist am 27. Januar 2026 der Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft gedacht worden. Der Tag markiert international die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz im Jahr 1945 und gilt als zentrales Datum der historischen Erinnerung. Im Bundesland standen politische Gedenkveranstaltungen, Bildungsangebote und die Arbeit der Gedenkstätten im Zeichen des Rückblicks auf Verfolgung, Entrechtung und millionenfachen Mord sowie der Verantwortung, die sich daraus für Gegenwart und Zukunft ergibt.
Zentrale Gedenkveranstaltung im Landtag von Magdeburg
Im Landtag von Sachsen-Anhalt fand eine offizielle Gedenkstunde statt, bei der Landtagspräsident Gunnar Schellenberger die historische Bedeutung des Tages hervorhob. In seiner Ansprache erinnerte er an die Millionen Menschen, die im Nationalsozialismus verfolgt, entrechtet und ermordet wurden. Er machte deutlich, dass das Gedenken nicht allein rückwärtsgewandt sei, sondern eine dauerhafte Verpflichtung zur Wahrung demokratischer Werte darstelle. Besonders würdigte Schellenberger den Einsatz von Frauen im Widerstand gegen das NS-Regime, deren Handeln für Menschlichkeit und Zivilcourage stehe. Zugleich sprach er sich entschieden gegen Antisemitismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit aus.
Der 27. Januar ist seit Jahren ein fester Bestandteil der deutschen Erinnerungskultur. Er steht symbolisch für das kollektive Gedächtnis an die nationalsozialistischen Verbrechen und verfolgt das Ziel, historische Verantwortung wachzuhalten. In Sachsen-Anhalt wurde dieser Anspruch erneut politisch und gesellschaftlich unterstrichen.
Steigende Besucherzahlen in den Gedenkstätten des Landes
Parallel zu den offiziellen Gedenkveranstaltungen zeigt sich das anhaltende Interesse an der historischen Aufarbeitung in den Gedenkstätten Sachsen-Anhalts. Die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt verzeichnete im vergangenen Jahr rund 151.000 Besucherinnen und Besucher an ihren sieben Einrichtungen mit insgesamt neun Standorten. Damit stieg die Zahl gegenüber dem Vorjahr spürbar an. Einen wesentlichen Anteil machen Schulklassen aus, die im Rahmen von Exkursionen die historischen Orte aufsuchen.
Zu den bedeutenden Erinnerungsorten zählen unter anderem die Gedenkstätte für das Konzentrationslager Langenstein-Zwieberge, die Haftanstalt „Roter Ochse“ in Halle sowie die Gedenkstätte Moritzplatz in Magdeburg. Diese Orte dienen nicht nur dem stillen Gedenken, sondern fungieren zugleich als Lern- und Bildungsstätten. Pädagogische Programme, Führungen und Sonderausstellungen ermöglichen eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Verbrechen des NS-Staates.
Ein Beispiel für diese Bildungsarbeit ist die Wanderausstellung zum Reichskriegsgericht in der Zeit von 1936 bis 1945, die sich mit den Schicksalen von Menschen befasst, die wegen Widerstands oder abweichender Haltung verfolgt und verurteilt wurden. Die wachsende Nachfrage nach solchen Angeboten verdeutlicht die Bedeutung historischer Bildung innerhalb der politischen Kultur des Landes.
Regionale Erinnerungskultur und ihre Bedeutung
Über die großen Gedenkstätten hinaus prägen zahlreiche regionale Erinnerungsorte die Gedenkkultur in Sachsen-Anhalt. Dazu gehören unter anderem Denkmäler für Todesmärsche, Gedenkorte auf Friedhöfen sowie Mahnmale in Städten und Gemeinden. Sie machen deutlich, dass die nationalsozialistischen Verbrechen nicht abstrakt, sondern lokal und regional verankert waren. Diese Orte verdeutlichen, dass Menschen unterschiedlichster Herkunft und Identität in ganz Sachsen-Anhalt zu Opfern wurden.
Die Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt übernimmt dabei eine koordinierende Rolle. Sie unterstützt die Pflege der Erinnerungsorte, entwickelt pädagogische Konzepte und fördert die wissenschaftliche Aufarbeitung. Ziel ist es, Erinnerung nicht als statisches Ritual, sondern als fortlaufenden gesellschaftlichen Prozess zu verstehen.
Grenzen und Herausforderungen des Erinnerns
Trotz steigender Besucherzahlen stehen die Gedenkstätten vor strukturellen Herausforderungen. Begrenzte personelle und räumliche Kapazitäten erschweren teilweise die intensive Betreuung größerer Besuchergruppen. Gleichzeitig wird der Bildungsauftrag komplexer, da immer weniger Zeitzeuginnen und Zeitzeugen aus eigener Erfahrung berichten können. Die Vermittlung historischer Inhalte muss daher neue Wege finden, um insbesondere jüngere Generationen zu erreichen.
Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus bleibt damit eine dauerhafte Aufgabe für Politik, Bildungseinrichtungen und Zivilgesellschaft. Der Holocaust-Gedenktag in Sachsen-Anhalt verdeutlicht, dass Erinnerung nicht nur der Vergangenheit gilt, sondern eng mit der Verantwortung für Gegenwart und Zukunft verbunden ist.
Insgesamt zeigen die Gedenkveranstaltungen und die Entwicklung der Besucherzahlen, dass Erinnerungskultur im Land aktiv gelebt wird. Sie hält das Bewusstsein für die Verbrechen des Nationalsozialismus wach und unterstreicht die Verpflichtung, Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und demokratische Grundwerte zu schützen.
Quellen
Süddeutsche Zeitung (SZ.de): „Gedenken – Sachsen-Anhalt erinnert an Opfer des Nationalsozialismus – Politik“
DIE WELT: „Mehr Besucher in Sachsen-Anhalts Gedenkstätten“
Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt: Informationen zu Standorten, Besucherzahlen und Bildungsarbeit






