Die Belastung durch Wohnkosten fällt für Mieterinnen meist höher aus als für Eigentümerinnen. Gleichzeitig verändern sich die Unterschiede im Verlauf des Lebens, und bestimmte soziale Gruppen sind besonders stark betroffen. Dazu zählen vor allem alleinlebende Mieter*innen, Menschen mit Migrationshintergrund und Personen mit niedrigen Einkommen. Auch der Wohnort hat Einfluss auf die Höhe der Belastung.
Forschende des Deutschen Zentrums für Altersfragen haben untersucht, in welchen Lebensphasen verschiedene soziale Gruppen besonders hohe Wohnkosten tragen. Grundlage der Analyse waren Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 1992 bis 2022. Betrachtet wurden Mieterinnen und Eigentümerinnen im Alter von 20 bis 80 Jahren.
Bei Mieter*innen ist die Wohnkostenbelastung zu Beginn des Erwachsenenlebens vergleichsweise hoch. Im weiteren Verlauf der Erwerbsphase nimmt sie zunächst ab, steigt nach dem Eintritt in den Ruhestand jedoch erneut deutlich an. Besonders stark belastet sind Menschen mit geringem Einkommen, Personen mit Migrationshintergrund und Alleinstehende. In diesen Gruppen erreicht die Wohnkostenbelastung etwa 30 Prozent.
Ein ähnlicher Verlauf zeigt sich auch bei der Betrachtung von Region und Siedlungstyp. In Ostdeutschland fällt die Belastung niedriger aus als in Westdeutschland. Ebenso ist sie in ländlichen Gebieten geringer als in städtischen Regionen.
Bei Eigentümerinnen ergibt sich ein anderes Bild. Wohneigentum wird in vielen Fällen in jüngeren Jahren erworben, häufig vor dem 40. Lebensjahr. Gerade in dieser Phase ist die finanzielle Belastung besonders hoch. Dabei ist zu berücksichtigen, dass in die Berechnung der Wohnkosten nur die Darlehenszinsen einfließen, nicht aber die Tilgung. Insgesamt unterscheiden sich die verschiedenen Gruppen unter den Eigentümerinnen im Verlauf deutlich weniger in ihrer Wohnkostenbelastung als die Gruppen unter den Mieter*innen.
Die Erstautorin Laura Romeu Gordo weist darauf hin, dass sich im höheren Alter deutliche Unterschiede zwischen Mieterinnen und Eigentümerinnen zeigen. Diese Unterschiede bestünden unabhängig von Einkommen, Haushaltsform, Migrationshintergrund, Region und Siedlungstyp. Aus den Ergebnissen lasse sich ableiten, dass Wohneigentum im Alter vor einer hohen Wohnkostenbelastung schützen könne. Zugleich werde es durch steigende Immobilienpreise für immer mehr soziale Gruppen schwieriger, Eigentum zu erwerben. Dadurch bleibe vielen dieser mögliche Vorteil verwehrt.
Die Ergebnisse sind sowohl für die Sozialpolitik als auch für die Wohnungspolitik von großer Bedeutung. Sie machen sichtbar, welche Bevölkerungsgruppen besonders belastet sind und in welchen Lebensphasen die Wohnkosten besonders stark ins Gewicht fallen. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, Wohnungs- und Sozialpolitik besser aufeinander abzustimmen und sowohl sensible Lebensphasen als auch besonders betroffene Gruppen gezielter zu berücksichtigen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Deutsches Zentrum für Altersfragen/Veröffentlicht am 20.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.