Mieten in Mittelstädten steigen deutlich an

Eine Auswertung von immowelt zu den Angebotsmieten von Bestandswohnungen in 120 ausgewählten deutschen Mittelstädten mit 20.000 bis 100.000 Einwohnern kommt zu mehreren zentralen Ergebnissen:

Seit 2022 sind die Mieten in Mittelstädten um bis zu 20 Prozent gestiegen. In 97 von 120 untersuchten Städten lag das Plus bei mindestens 10 Prozent. Diese Entwicklung steht im Zusammenhang mit der allgemeinen Teuerung, denn die Inflation belief sich im gleichen Zeitraum auf rund 15 Prozent. Trotz der Preissteigerungen bieten viele Mittelstädte weiterhin Einsparmöglichkeiten gegenüber den großen Metropolen. So kostet der Quadratmeter in Rosenheim mit 11,29 Euro nur etwa halb so viel wie in München. In Oranienburg liegt der Quadratmeterpreis mit 11,68 Euro noch immer fast 20 Prozent unter dem Berliner Niveau. Die stärksten Mietanstiege wurden in Castrop-Rauxel, Bocholt und Kleve in Nordrhein-Westfalen sowie in Nordhorn in Niedersachsen registriert. Dort legten die Angebotsmieten jeweils um rund 20 Prozent zu. Die höchsten Quadratmeterpreise wurden in Bad Homburg mit 13,09 Euro ermittelt, während Plauen mit 5,83 Euro den niedrigsten Wert aufweist.

In den vergangenen vier Jahren haben die Mietpreise in deutschen Mittelstädten spürbar angezogen. Eine aktuelle Analyse von immowelt zeigt, dass sich die Angebotsmieten für Bestandswohnungen seit 2022 um bis zu ein Fünftel erhöht haben. In 97 der 120 betrachteten Städte kletterten die Mieten um mindestens 10 Prozent. Diese Entwicklung vollzog sich vor dem Hintergrund einer allgemein hohen Teuerung seit Beginn des Ukraine-Krieges vor vier Jahren. Während die Inflationsrate in diesem Zeitraum bei rund 15 Prozent lag, stiegen die Handwerkerpreise mit 28 Prozent noch stärker. Dennoch bleiben viele Mittelstädte trotz der teils deutlichen Aufschläge weiterhin bezahlbare Alternativen zu besonders teuren Großstädten. Für die Untersuchung wurden die durchschnittlichen Angebotsmieten von Bestandswohnungen mit 75 Quadratmetern, drei Zimmern, im ersten Stock und aus den 1990er-Jahren zum 1. April 2022 und zum 1. April 2026 miteinander verglichen.

Der CEO von immowelt, Theo Mseka, führte die Mietanstiege vor allem auf die hohe Nachfrage nach Mietwohnungen bei gleichzeitig knappem Angebot in vielen Mittelstädten zurück. Zusätzlich verwies er auf deutlich gestiegene Handwerkerkosten, die viele Vermieter belasteten und den Druck auf die Mieten weiter erhöhten. Zugleich betonte er, dass Wohnungssuchende in zahlreichen Mittelstädten nach wie vor von günstigeren Mieten als in den hochpreisigen Großstädten profitierten.

Mittelstädte bleiben deutlich günstiger als Metropolen

Auch wenn die Mieten vielerorts kräftig gestiegen sind, bieten zahlreiche Mittelstädte weiterhin ein erhebliches Sparpotenzial im Vergleich zu den großen Ballungsräumen. Besonders deutlich wird das im Umland von München. Während in der bayerischen Landeshauptstadt für Bestandswohnungen im Schnitt fast 21 Euro pro Quadratmeter fällig werden, liegen die Angebotsmieten in Rosenheim mit 11,29 Euro und in Landshut mit 10,87 Euro nur etwa halb so hoch. Beide Städte sind zudem in weniger als einer Stunde mit dem Zug von München aus erreichbar.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Umfeld von Berlin. In Brandenburg an der Havel kostet der Quadratmeter 8,75 Euro und liegt damit fast 40 Prozent unter dem Niveau der Hauptstadt mit 14,23 Euro. Auch Oranienburg, das weniger als eine halbe Stunde per Bahn von Berlin entfernt ist, bleibt mit 11,68 Euro pro Quadratmeter noch knapp 20 Prozent günstiger.

Rund um Stuttgart zeigen sich ebenfalls preiswertere Alternativen. In Ludwigsburg werden im Schnitt 12,45 Euro pro Quadratmeter verlangt, in Esslingen 11,18 Euro. Beide Städte liegen damit unter dem Stuttgarter Niveau von 15,04 Euro. Gleiches gilt für Hanau, wo Bestandswohnungen mit 11,17 Euro pro Quadratmeter deutlich günstiger angeboten werden als in Frankfurt mit 16,55 Euro.

Bis zu 20 Prozent mehr in nur vier Jahren

Die stärksten Mietanstiege seit 2022 wurden vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen festgestellt. Den höchsten Zuwachs verzeichnete Castrop-Rauxel mit einem Plus von 20,0 Prozent. Damit nähert sich die Stadt preislich zunehmend dem benachbarten Dortmund an. Trotz des starken Anstiegs bleibt das Mietniveau mit durchschnittlich 7,33 Euro pro Quadratmeter jedoch vergleichsweise moderat. Der hohe prozentuale Zuwachs ist daher auch auf das zuvor niedrige Preisniveau zurückzuführen.

Nahezu ebenso stark verteuerten sich Mietwohnungen in Bocholt mit 8,75 Euro pro Quadratmeter, in Kleve mit 8,42 Euro und in Nordhorn mit 8,52 Euro. In allen drei Städten lag das Plus bei 19,9 Prozent. Da diese Orte direkt an der Grenze zu den Niederlanden liegen, könnte ihre wachsende Attraktivität auch mit grenzüberschreitendem Pendeln zusammenhängen. Das im Nachbarland deutlich höhere Mietniveau dürfte dazu beitragen, dass Wohnungssuchende verstärkt auf günstigere Wohnorte in Grenznähe auf deutscher Seite ausweichen und damit die dortigen Mietpreise mit beeinflussen.

Bad Homburg an der Spitze, Plauen am günstigsten

Im Preisvergleich der 120 untersuchten Mittelstädte liegt Bad Homburg vor der Höhe auf dem ersten Platz. In der wohlhabenden Kurstadt im Umland von Frankfurt beträgt die durchschnittliche Angebotsmiete für eine Bestandswohnung 13,09 Euro pro Quadratmeter. Dahinter folgen Konstanz mit 12,88 Euro sowie Sindelfingen südlich von Stuttgart mit 12,52 Euro.

Am günstigsten ist das Wohnen dagegen in mehreren ostdeutschen Mittelstädten. In Plauen liegt die durchschnittliche Angebotsmiete bei 5,83 Euro pro Quadratmeter und damit so niedrig wie in keiner anderen der untersuchten Städte. Auch Zwickau mit 6,15 Euro und Gera mit 6,18 Euro bleiben auf einem sehr niedrigen Niveau und überschreiten die Marke von 6 Euro nur knapp.

Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Immowelt/Veröffentlicht am 23.04.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.