Die Umverteilung von Steuermitteln zwischen den Bundesländern verändert die finanzielle Ausstattung der Länder erheblich. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW). Demnach ist Bayern das einzige Bundesland, das nach Berücksichtigung des Finanzkraftausgleichs und zusätzlicher Bundeszuschüsse insgesamt mehr Mittel abgibt, als es zurückerhält. Ohne diese Umverteilung hätte Bayern pro Einwohner knapp 1.200 Euro mehr zur Verfügung.
Am stärksten profitiert nach Berechnungen des IW Bremen. Dort liegen die Einnahmen pro Kopf durch Finanzkraftausgleich und weitere Bundesmittel fast 2.800 Euro höher als in einem Szenario ohne Umverteilung. Berlin kommt auf rund 1.800 Euro zusätzlich, Thüringen und Sachsen-Anhalt jeweils auf etwa 1.600 Euro. In Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland beträgt das Plus rund 1.400 Euro, in Sachsen knapp 1.200 Euro und in Brandenburg etwa 860 Euro pro Einwohner. Berücksichtigt werden dabei die Einnahmen der Länder einschließlich ihrer Kommunen.
Finanzkraftausgleich soll Unterschiede zwischen Ländern verringern
Der Finanzkraftausgleich soll ermöglichen, dass auch finanzschwächere Länder ihre öffentlichen Aufgaben erfüllen und vergleichbare Lebensverhältnisse gewährleisten können. Zusätzlich zu diesem Ausgleich fließen weitere Bundesmittel, beispielsweise für Sozialleistungen oder zur Unterstützung bei Schuldenlasten.
Für einige Länder haben diese Zahlungen eine große Bedeutung. Nach Berechnungen des IW stammen in Thüringen mehr als 30 Prozent der verfügbaren Einnahmen aus Umverteilung und Bundeszuschüssen. In Bremen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil bei fast 30 Prozent.
Auf der anderen Seite steht Bayern. Das Land trägt nach Angaben des Instituts mit rund 880 Euro pro Einwohner etwa 60 Prozent des Finanzkraftausgleichs und erhält zugleich vergleichsweise geringe zusätzliche Bundesmittel. Hessen zahlt knapp 640 Euro pro Kopf in den Ausgleich ein, Baden-Württemberg rund 350 Euro. Beide Länder erhalten über andere Bundeszuschüsse jedoch mehr zurück, sodass ihre Einnahmen unter dem Strich steigen. Für Baden-Württemberg beziffert das IW das Plus auf rund vier Prozent, für Hessen auf knapp zwei Prozent.
IW fordert stärkere Anreize für eigene Einnahmen
Das Institut sieht in der starken Umverteilung auch Nachteile. IW-Experte Björn Kauder hält Solidarität zwischen den Ländern zwar für notwendig, warnt jedoch davor, dass dadurch die Eigenverantwortung finanzschwächerer Länder an Bedeutung verlieren könne. Nach den Berechnungen des IW hätte Bayern vor der Umverteilung pro Einwohner knapp 500 Euro mehr zur Verfügung als Berlin. Nach Einbeziehung des Finanzkraftausgleichs und der Bundeszuschüsse läge Bayern dagegen fast 2.500 Euro hinter der Hauptstadt.
Das IW verweist darauf, dass ein Teil dieser Unterschiede durch besondere Aufgaben von Stadtstaaten erklärt werden könne, die Leistungen auch für Menschen aus dem Umland bereitstellen. Aus Sicht des Instituts reicht dieser Effekt jedoch nicht aus, um die gesamten Unterschiede zu erklären.
Die Studie plädiert deshalb für eine Reform des Systems, die stärkere Anreize für die Länder schaffen soll, ihre eigene Finanzkraft zu erhöhen. Wie eine solche Neuregelung konkret ausgestaltet werden könnte, bleibt dabei Gegenstand der politischen Debatte.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von Institut der Deutschen Wirtschaft/Veröffentlicht am 12.10.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.