Das Webprojekt „DNA des Ostens“ ist für den Grimme Online Award 2026 nominiert worden. Das vom Mitteldeutschen Rundfunk gemeinsam mit der Produktionsfirma Hoferichter & Jacobs initiierte und von der Bundesstiftung Aufarbeitung weitergeführte Angebot geht in der Kategorie Wissen und Bildung ins Rennen. Die Nominierungen wurden am 10. Oktober 2026 bei der Düsseldorfer Ausgabe der re im NRW-Forum bekannt gegeben. Insgesamt stehen in diesem Jahr 28 digitale Angebote zur Auswahl.
„DNA des Ostens“ beschäftigt sich mit der Frage, welche Erfahrungen Menschen in Ostdeutschland geprägt haben und wie sich diese bis heute auf Identität und gesellschaftliche Wahrnehmung auswirken. Grundlage des Portals sind mehr als 100 Quellen, wissenschaftliche Studien, Publikationen und Erhebungen aus rund sieben Jahrzehnten. Im Mittelpunkt stehen Ostdeutsche der Geburtsjahrgänge 1950 bis 2000, die für das Projekt in neun Generationen unterteilt werden.
Von Mauerbau bis Corona-Pandemie
Untersucht werden historische und gesellschaftliche Ereignisse, die unterschiedliche Generationen geprägt haben könnten. Dazu gehören unter anderem der Mauerbau, die Treuhandabwicklung, die Kinderbetreuung in Krippen, Juri Gagarins Raumflug, Fridays for Future und die Corona-Pandemie. Das Projekt versteht diese Erfahrungen als biografische Gemeinsamkeiten, die innerhalb bestimmter Jahrgänge ähnliche Sichtweisen hervorgebracht haben und teilweise an nachfolgende Generationen weitergegeben werden.
Ziel des Onlineangebots ist es, einen Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit ostdeutschen Identitäten zu schaffen. Dabei soll nicht von einer einheitlichen ostdeutschen Erfahrung ausgegangen werden. Vielmehr macht das Projekt unterschiedliche Prägungen sichtbar und will den gesellschaftlichen Dialog über Erfahrungen vor und nach der deutschen Wiedervereinigung fördern.
Podcast ergänzt das Webprojekt
Seit Oktober 2025 wird „DNA des Ostens“ durch einen gleichnamigen Podcast des MDR ergänzt. Moderiert wird das Audioangebot von Anna Thalbach. Im Zentrum steht die Frage, weshalb das Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland auch Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung weiterhin von Spannungen und unterschiedlichen Wahrnehmungen geprägt ist.
Der Podcast greift unter anderem das Gefühl vieler Menschen in Ostdeutschland auf, gesellschaftlich nicht ausreichend wahrgenommen oder als Bürgerinnen und Bürger zweiter Klasse behandelt zu werden. Gleichzeitig thematisiert er das Unverständnis, mit dem Entwicklungen in ostdeutschen Bundesländern teilweise aus westdeutscher Perspektive betrachtet werden. Das Format untersucht die Ursachen dieser Unterschiede und sucht nach Möglichkeiten für mehr gegenseitiges Verständnis. Für die Produktion wurden auch Interviews der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur genutzt.
Preisverleihung Anfang Dezember in Essen
Der Grimme Online Award wird seit 2001 vom Grimme-Institut vergeben und zeichnet publizistische Angebote im Internet aus. Preise werden in den vier Kategorien Information, Wissen und Bildung, Kultur und Unterhaltung sowie Spezial vergeben. Insgesamt können höchstens acht Auszeichnungen verliehen werden.
In der Kategorie Wissen und Bildung werden digitale Angebote berücksichtigt, die gesellschaftlich relevante Inhalte vermitteln und einen Beitrag zu Bildung, Beratung oder Aufklärung leisten. Ob „DNA des Ostens“ zu den Preisträgern gehört, entscheidet sich bei der Verleihung des Grimme Online Award am 1. Dezember 2026 in Essen.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von MDR Mitteldeutscher Rundfunk/Veröffentlicht am 10.10.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.