Eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung spricht sich dafür aus, dass der Staat stärker gegen den Mangel an Wohnraum vorgeht. Besonders wichtig sind aus Sicht der Befragten eine ausgeweitete Förderung von Wohneigentum, ein stärkeres Engagement im sozialen Wohnungsbau sowie konsequente Maßnahmen gegen Leerstand. Laut einer repräsentativen Erhebung befürworten 86 Prozent einen leichteren Zugang zu staatlichen Förderprogrammen. 85 Prozent halten einen Ausbau des sozialen Wohnungsbaus für notwendig, während 80 Prozent gezielte Unterstützung für Familien, Alleinerziehende und junge Menschen als sinnvoll erachten. Diese Einschätzungen stammen aus dem Wohnraummangel-Barometer 2025, das im Auftrag von immowelt durchgeführt wurde.
Nach Einschätzung der Studienautoren wird der Wohnungsmarkt von vielen Menschen als unausgeglichen wahrgenommen. Angebot und Nachfrage würden nicht mehr zusammenpassen. Gleichzeitig zeige sich jedoch eine klare Präferenz für lösungsorientierte Ansätze. Statt zusätzlicher Eingriffe in bestehende Wohnverhältnisse wünschen sich viele eine gezielte staatliche Förderung, um neuen Wohnraum zu schaffen und das Angebot nachhaltig zu erweitern.
Markt in Schieflage: Bezahlbarer Wohnraum fehlt
Ein Großteil der Befragten sieht vor allem bei günstigen Wohnungen erhebliche Defizite. Rund 64 Prozent sind der Auffassung, dass es zu wenige Sozialwohnungen für einkommensschwache Haushalte gibt. Ähnlich viele, nämlich 63 Prozent, bemängeln ein unzureichendes Angebot an Wohnraum für Normalverdienende. Demgegenüber ist fast die Hälfte der Befragten der Meinung, dass hochpreisige Wohnungen in Deutschland überrepräsentiert sind.
Ansätze zur Entlastung: Neubau und Aktivierung bestehender Flächen
Bei den vorgeschlagenen Lösungswegen dominiert ein pragmatischer Blick. Viele Bürger halten es für entscheidend, dass mehr Wohnraum neu entsteht und ungenutzte Flächen besser genutzt werden. Dazu zählen ein verstärkter politischer Einsatz für den Bau von Sozialwohnungen sowie eine attraktivere Förderung für Menschen, die selbstgenutztes Wohneigentum erwerben oder errichten möchten. Darüber hinaus wird ein entschlosseneres Vorgehen gegen Leerstand gefordert. Zwei Drittel der Befragten befürworten, dass Kommunen leerstehende Gebäude ankaufen können, um daraus bezahlbaren Wohnraum zu entwickeln. Mehr als die Hälfte spricht sich außerdem für eine gesetzliche Verpflichtung zur Umwandlung leerer Gewerbeflächen in Innenstädten in Wohnraum aus.
Maßnahmen, die stärker in bestehende Wohnverhältnisse eingreifen oder Wohnraum umverteilen würden, stoßen hingegen auf geringe Zustimmung. Nur eine kleine Minderheit hält Einschränkungen für Singles beim Alleinwohnen für vertretbar. Auch verpflichtende Umzüge älterer Menschen aus großen Wohnungen zugunsten junger Familien finden keine breite Unterstützung.
Kein generelles Misstrauen gegenüber Vermietern
Ein überwiegender Teil der Bevölkerung sieht private Vermieter nicht als Hauptverursacher des Wohnraummangels. Die Mehrheit ist überzeugt, dass ohne sie das Wohnungsangebot in vielen Regionen noch knapper wäre. Nur wenige gehen davon aus, dass Immobilien absichtlich leer gehalten werden, um Wertsteigerungen abzuwarten. Vielmehr herrscht die Ansicht vor, dass private Eigentümer vor allem an stabilen und langfristigen Mietverhältnissen interessiert sind.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von immowelt/Veröffentlicht am 13.01.2026











