Im Herbst steigt das Risiko für Wildunfälle deutlich. Besonders in der Morgen- und Abenddämmerung können Tiere unvermittelt auf die Fahrbahn laufen. Auch veränderte Wege nach Erntearbeiten, Paarungszeiten, Nebel und nasse Straßen erhöhen die Gefahr.
Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft ereignen sich bundesweit täglich rund 750 Unfälle im Zusammenhang mit Wild. In den Herbstmonaten nimmt die Zahl weiter zu.
Geschwindigkeit an Wildwechselstellen reduzieren
Wer Warnschilder für Wildwechsel sieht, sollte besonders aufmerksam fahren und die Geschwindigkeit anpassen.
Taucht plötzlich ein Tier auf der Fahrbahn auf, empfiehlt es sich, ruhig zu bleiben, das Fernlicht abzublenden, kontrolliert abzubremsen und die Geschwindigkeit möglichst stark zu reduzieren.
Von riskanten Ausweichmanövern wird dagegen abgeraten. Sie können zu schwereren Unfällen führen als der direkte Zusammenstoß mit einem Tier.
Nach einem Wildunfall zuerst Unfallstelle sichern
Kommt es dennoch zu einem Unfall, sollte zunächst die Warnblinkanlage eingeschaltet, eine Warnweste angezogen und die Unfallstelle abgesichert werden.
Sind Menschen verletzt, muss der Notruf unter 112 verständigt und Erste Hilfe geleistet werden. Auch wenn niemand verletzt wurde, sollte nach Empfehlung der LVM Versicherung die Polizei informiert werden.
Verletzte Tiere sollten nicht angefasst werden. Stattdessen ist ausreichend Abstand zu halten und an einem sicheren Ort auf die Polizei oder Jagdausübungsberechtigte zu warten.
Wildunfall dokumentieren
Für die spätere Schadenregulierung empfiehlt es sich, den Unfallort und die Schäden am Fahrzeug mit Fotos festzuhalten.
Außerdem sollte eine Wildunfallbescheinigung ausgestellt werden. Sie kann bei der Regulierung durch die Versicherung benötigt werden.
Der Schaden sollte möglichst zeitnah gemeldet werden. Reparaturen am Fahrzeug sollten erst erfolgen, nachdem die Versicherung den Schaden geprüft hat.
Durchschnittlicher Schaden liegt bei rund 4.100 Euro
Wildunfälle werden zunehmend teuer. Nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft lag die durchschnittliche Schadenhöhe im Jahr 2024 bei rund 4.100 Euro.
Im Vorjahr waren es noch etwa 3.850 Euro.
Welcher Schaden ersetzt wird, hängt jedoch vom jeweiligen Versicherungsschutz ab.
Teilkasko übernimmt meist Wildschäden
Eine Teilkaskoversicherung übernimmt in der Regel Schäden, die durch einen Zusammenstoß mit Wild entstehen.
Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Tarifen. Manche Versicherungen beschränken den Schutz auf sogenanntes Haarwild. Dazu zählen beispielsweise Rehe, Füchse, Marder, Hasen, Luchse oder Elche.
Unfälle mit anderen Tieren wie Kühen, Hunden oder Katzen sind bei solchen Verträgen möglicherweise nicht eingeschlossen. Wer einen umfassenderen Schutz möchte, sollte deshalb darauf achten, dass Zusammenstöße mit allen Tierarten versichert sind.
Vollkasko kann auch Ausweichunfälle abdecken
Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Teil- und Vollkasko.
Bei einem direkten Zusammenstoß mit einem Reh übernimmt die Teilkasko den Fahrzeugschaden normalerweise. Weicht ein Fahrer dem Tier jedoch aus und verunglückt dabei, kann die Situation anders aussehen.
Solche Schäden am eigenen Fahrzeug sind über die Teilkasko häufig nicht abgesichert. Eine Vollkaskoversicherung kann auch Schäden nach einem Ausweichmanöver einschließen.
Aufmerksamkeit bleibt wichtigster Schutz
Wildunfälle lassen sich nicht vollständig verhindern. Angepasste Geschwindigkeit, Aufmerksamkeit und das richtige Verhalten in kritischen Situationen können das Risiko aber deutlich verringern.
Zusätzlich lohnt es sich, den eigenen Kaskovertrag zu prüfen. Entscheidend ist vor allem, welche Tierarten versichert sind und ob auch Schäden nach Ausweichmanövern übernommen werden.
Dieser Text basiert auf einer Pressemitteilung von LVM Versicherung/Veröffentlicht am 15.09.2026 und wurde unter Zuhilfenahme von KI erstellt.